Kettenöl mit Pferdegeruch
Erschienen 10/11.11.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

In der letzten Woche sorgte eine Sportart für Schlagzeilen, die ich bisher selten mit Radfahren in Verbindung brachte. Bekanntermaßen haben die Sportsfreunde vom Modernen Fünfkampf seit den letzten Olympischen Spielen ein kleines Problem mit ihrer Teildisziplin Reiten. Eine Sportlerin war dort etwas unsanft mit dem ihr zugelosten Pferd umgegangen und das auch noch live im Fernsehen.

Als Folge der daraus entstandenen Empörungswelle erwägt der zuständige Weltverband UIPM (Union Internationale de Pentathlon Moderne) nun, das Reiten ab 2024 komplett zu streichen. Und da man nicht einfach eine Disziplin weglassen kann, soll unbestätigten Meldungen zufolge eine Radsport-Disziplin als Ersatz herhalten.

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Jetzt weiß ich, wie sich Autofahrer fühlen
Erschienen 27/28.10.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Die gute alte Baustelle hat es in unserer mobilen Gesellschaft nicht leicht. Obwohl meist notwendig, wird ihr Misstrauen und Unverständnis entgegengebracht. Besonders die motorisierten Verkehrsteilnehmer entwickeln bei großräumig angelegten Straßenbaumaßnahmen ein erhöhtes Aggressionspotenzial.
Als Radfahrer pflegt man mit Baustellen einen eher lockeren Umgang. Wo ein Ziel ist, ist auch ein Weg und wenn es am Ende nur über einen schlecht gesicherten Fußweg weitergeht. Das Hinweisschild „Radfahrer absteigen!“ wird dabei leider oft übersehen, mea culpa.
Ganz selten sind übrigens jene Baustellen, die für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt sind. Selbst für den ambitioniertesten Pedaleur gilt dann: Ende Gelände. Wie vor ein paar Tagen, als ich auf dem Havelradweg nach Brandenburg fahren wollte.

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Der BER ist härter als jedes Training
Erschienen 14.10.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Ich gebe es zu: Ich war vor Kurzem mal wieder für eine Woche auf Mallorca. Doch nicht zum eigenen radsportlichen Vergnügen, sondern zum Arbeiten natürlich. Viele meiner Radsportfreunde denken, dass das Radtraining mit dem Schützling im sonnigen Süden das reinste Vergnügen wäre.
Aber der Schützling will motiviert werden, die Streckenauswahl sollte seinem Leistungsstand entsprechen und auch der Spaßfaktor darf nicht zu kurz kommen. Ganz abgesehen von der Auswahl der Caféstopps während der Trainingsfahrten. Die verlorene Energie muss unbedingt durch qualitativ hochwertige Kuchen- und Snackprodukte wieder aufgefüllt werden.
Wer jetzt trotzdem kein Mitleid mit mir hat und meint, es gibt Schlimmeres als solche Schwerstarbeit, dem gebe ich absolut recht. Mir macht es sogar Spaß. Aber diesmal war es besonders anstrengend. Glücklicherweise erst nach dem Rückflug, bei der Ankunft auf dem Flughafen BER.

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Beim nächsten Mal Briefwahl
Erschienen 30.9.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Schon seit einigen Monaten fieberte ich diesem Sonntag entgegen. In der einschlägigen Presse häuften sich die Prognosen, wer das Rennen am Ende machen könnte. Und nach den letzten Duellen mit der Konkurrenz kristallisierte sich ein klarer Favorit heraus. Für den schlug zufälligerweise auch mein Herz, obwohl ich normalerweise versuche, in solchen Dingen eher unparteiisch zu sein.
Aber hier machte ich eine Ausnahme. Denn der Typ war in einer sympathischen Art selbst unter schwierigsten Bedingungen erfolgreich, das imponierte mir. Dann war der Tag der Entscheidung da. Der Tag, an dem es um nichts Geringeres ging als um das Weltmeistertrikot der Radprofis mit dem Belgier Wout van Aert als großen Favoriten.

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Wie mir ein herrenloses Damenrad ans Herz wuchs
Erschienen 15./16.9.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Eines Tages stand es plötzlich da. Angelehnt an der Grundstücksmauer, gleich neben der Eingangstür. Man konnte es nicht übersehen. Jemand hatte ein Damenrad abgestellt. Der lilafarbene Drahtesel war in keinem guten Zustand. Am Vorderreifen fiel der Mantel herunter, an einer Stelle schaute der Schlauch hervor. Der Hinterreifen schien ebenfalls luftlos. Die Kette war rostig, die Kurbeln auch.
Da ich es eilig hatte, schenkte ich dem Rad keine weitere Beachtung. Irgendwer würde sich schon darum kümmern, im besten Fall die Eigentümerin selbst. Am nächsten Tag stand es nicht mehr dort. Unser Nachbar hatte es unter einen Baum neben dem Fahrradweg gestellt. „So hat es etwas Regenschutz, bis der Besitzer kommt und es abholt“, war seine gute Absicht. Das ist nun schon drei Wochen her.

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Jagd nach den illegalen Müllentsorgern im Berliner Grunewald
Erschienen 1./2.9.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

In jungen Jahren wollte ich zur Polizei gehen. Krimis haben schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt. Außerdem existierte damals bei der Berliner Polizei der sogenannte „Sportzug“. Dort waren unter anderem einige erfolgreiche Berliner Radrennfahrer beschäftigt, die es zu WM-Titeln und olympischen Medaillen gebracht hatten. Dem Vernehmen nach gab es paradiesische Arbeitsbedingungen für das tägliche Training. Und nach dem Ende der Sportkarriere bestand die Option, sich als Freund und Helfer in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.
Nach eingehender Abschätzung meiner eigenen radsportlichen Fähigkeiten legte ich diesen Berufsplan schnell wieder beiseite.

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Ode an die gute alte Standpumpe
Erschienen 23.8.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Ob beim Atmen oder in Sachen Aerodynamik, die Luft spielt beim Radfahren eine nicht unerhebliche Rolle. Auch ein völlig zu Unrecht unterschätztes Utensil des radsportlichen Gebrauchs hat damit zu tun: die Luftpumpe.
Wie wichtig sie ist, merkt erst, wer weit entfernt von Zuhause und der nächsten Tankstelle mit einem platten Reifen am Straßenrad steht. An Flickzeug oder einen Ersatzschlauch wurde vielleicht sogar gedacht, nicht aber an den Luftdruckerzeuger selbst.
Die Geschichte der Luftpumpe ist noch viel älter als die des luftgefüllten Reifens. Ursprung ist eine Vakuumpumpe von 1649, mit der Luft für Experimente abgesaugt wurde. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der luftgefüllte Reifen erfunden. Mit einer Ballpumpe soll der Schlauch damals aufgeblasen worden sein.

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Drei Mal zum Mond und zurück
Erschienen 7.7.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Mit über 50 Stundenkilometern geht es Sault entgegen, dem kleinen Ort in der Provence. Jetzt schnell den Kontrollstempel im „Maison du Tourisme de la Région de Sault“ abholen und dann noch mal zurück, hinauf zum Mont Ventoux. Zum dritten Mal an diesem 29. Mai 2015 mache ich mich auf dem Weg zum Gipfel. Drei Straßen führen zum „Kahlen Riesen“ hinauf. Der Weg von Sault nach oben ist zwar von den Steigungsprozenten die vermeintlich leichteste Aufgabe an diesem Tag, dafür aber mit 24 Kilometern die längste. Und leider bin ich schon ein wenig müde. Doch wer in den „Club des Cinglés du Mont Ventoux“ aufgenommen werden will, muss leiden können.
Alles fing damit an, dass die Kulturbeauftragte und ich im Südwesten Frankreichs Freunde besuchen wollten. Auf dem Weg dorthin sollte nicht nur „sur le pont d’Avignon“ gelustwandelt werden, auch die Lavendelfelder in der Provence standen, soweit noch vorhanden, auf dem Programm. Und weil wir gerade in der Nähe sein würden, lag es für mich nahe, einmal dem Mont Ventoux per Rad einen Besuch abzustatten. Denn im Geiste und per Fernsehübertragung von der Tour de France war ich ihn bereits etliche Male abgefahren. Die Radsport-Geschichten über den „Giganten der Provence“ kannte ich fast alle. Aber im wirklichen Leben bin ich noch nie da gewesen. Ich wusste nur, dass der Berg nicht einfach zu fahren ist.

Zur Geschichte über den Mont Ventoux

Der Kreis der Sieganwärter ist deutlich größer als sonst
Erschienen 25./26.6.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Ein Sport-Highlight jagt in diesem Sommer das andere. Die Fußball-EM läuft noch bis zum 11. Juli. Nächste Woche beginnt das Tennisturnier von Wimbledon und am 23. Juli in Tokio die Olympischen Sommerspiele mit den daran anschließenden Paralympics.
Aber war da nicht noch etwas anderes, immer jährlich, immer Anfang Juli? Genau, am Samstag startet in Brest die Tour de France mit der 1. Etappe nach Landerneau (11.45 Uhr/Eurosport live), das wichtigste Radsport-Ereignis der Welt.
Dabei braucht sich die 23 Tage andauernde Frankreich-Rundfahrt nicht hinter den anderen Großveranstaltungen verstecken. Im vergangenen Jahr wurden Bilder der Tour in 190 Länder übertragen, von den 100 TV-Sendern berichteten sogar 60 live von den Etappen. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein.

Zur Vorschau auf die Tour de France 2021

Im Klub der Bekloppten
Erschienen 9./10.6.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Es soll Dinge im Leben eines Menschen geben, die man mindestens einmal gemacht haben muss. Fallschirm springen, mit Delfinen schwimmen oder einen Baum pflanzen sind solche Beispiele. Bei Radfahrern sind es meist die berühmten Anstiege der Tour de France oder des Giro d‘Italia, die erklommen werden wollen. Oder das Absolvieren verrückter Radtouren, die möglichst viele Radkumpels als komplett irre bezeichnen. Alle eint das Extreme. Es muss extrem steil, extrem lang oder extrem hoch sein, wahlweise auch von allem etwas, gerne gepaart mit extrem schnell.
Bei mir als bekennendem Radfahr-Junkie ist das nicht anders. Von meiner persönlichen To-do-Liste konnte ich vor einigen Jahren bereits die Befahrung des mythischen Mont Ventoux streichen. In einem Anfall von Größenwahn bin ich den „Kahlen Riesen“ an einem Tag von allen drei Seiten gefahren.
Diesmal ging es einmal rund um meine Lieblingsinsel:-)

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Die endlose Suche nach der perfekten Radhose
Erschienen 26./27.5.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Einer meiner Schützlinge überraschte mich vor einigen Tagen mit einer wirklich elementaren Frage. Er wollte sich ein neues radsportliches Bekleidungsstück anschaffen, hatte nur ein beschränktes Budget und konnte sich nicht entscheiden: Trikot oder Hose? Mein Zauberlehrling ging die Sache rational an. Zwar ist er noch nicht lange rennradmäßig unterwegs, aber dafür in Sachen Physik ziemlich fit. Seiner Meinung nach wäre das Radtrikot deutlich wichtiger. Denn wenn das Trikot zu weit ist, flattert es im Wind und das ist ganz schlecht für die Aerodynamik.
Nun flattern glücklicherweise nicht alle Rennrad-Leibchen im Wind. Und wenn es denn passt, bleibt die Frage weiter offen. Für mich ist jedenfalls die Hose wichtiger – nicht nur emotional, auch rational.

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Die Vorzüge des Alleinradelns
Erschienen 6.5.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Kontakte beim Radfahren zu pflegen, in Zeiten wie diesen, ist gar nicht so einfach. Die beliebten Gruppenausfahrten im Kreise der Radkumpels finden seit über einem Jahr kaum noch statt. Auf dem neuesten Stand der momentan gültigen Corona-Regeln zu bleiben, erfordert höchste Konzentration. Derzeit fünf Radfahrer aus maximal zwei Haushalten zusammenzubekommen, die auch noch ein synchrones Zeitfenster zum gemeinsamen Radeln haben, dürfte fast unmöglich sein.
Umso erstaunlicher ist es, wenn einem auf der Trainingsstrecke eine angeregt debattierende Sechsergruppe von Radfahrern entgegenkommt. Dabei kann es sich eigentlich nur um eine coronakonforme Senioren-Radsport-WG handeln, die im Rahmen eines Tagesausflugs den Putzplan für die kommende Woche bespricht. Alles andere wäre hochgradig illegal.

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Hilfe, ich bin ein Fahrrad-Messie!
Erschienen 21./22.4.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Zugegeben, ich bin ein Messie, wenn auch einer der besonderen Art. Von Dingen, die auch nur entfernt etwas mit Radfahren zu tun haben, kann ich mich ganz schwer trennen. Selbst bei der kleinsten Schraube denke ich immer, man könne sie noch für irgendetwas gebrauchen. Zwar passiert das bekanntermaßen eher selten, aber das Glücksgefühl, wenn der Fall der Fälle wirklich eintrifft, ist unbeschreiblich.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich einiges angesammelt. Selbst mehrere Wohnungsumzüge haben diverse alte Fahrradteile unbehelligt überstanden. Unser Keller ist voll mit Zeug, von denen die Kulturbeauftragte des Hauses der Meinung ist, dass das eigentlich weg kann. Aber sie hat keine Ahnung. Denn zu vielen Dingen gibt es Erinnerungen, schöne und auch schmerzhafte.

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Hoher Fläming, mon Amour: Ganz allein auf langer Radtour
Erschienen 7./8.4.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

In der letzten Woche schien mein Radfahr-Universum noch weitestgehend in Ordnung. Die kommenden Frühjahrs-Klassiker sollten wie geplant stattfinden, die Aussicht auf stundenlange Liveübertragungen von Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix ließen das Herz schneller schlagen. Und auch die Voraussetzungen für die eigene sportliche Betätigung an der frischen Luft waren anfangs optimal.
Beim Blick auf das Thermometer lag die Vermutung nahe, dass der Frühling übersprungen wird und gleich der Sommer beginnt. Ideale Bedingungen also, um dem Vorbild der Profis zu folgen und die lokale Klassiker-Saison vorab mit eigenen langen Radtouren zu eröffnen.

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Realer Urlaubstraum auf Mallorca
Erschienen 24./25.3.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Ein Eiland im Mittelmeer ist derzeit Reizthema und Sehnsuchtsort zugleich. Alles dreht sich um Mallorca. Der Inzidenzwert ist deutlich niedriger als bei uns, die Baleareninsel ist deshalb kein Risikogebiet mehr. Reisewarnung und die Quarantänepflicht bei Rückkehr wurden aufgehoben. Zu einem Reiseverbot konnten sich Bund und Länder nach wie vor nicht durchringen. Die Verlockung auf Urlaub vom Corona-Frust hierzulande ist also entsprechend groß.
Wer über Zeit und Geld verfügt, hat es relativ einfach: einen negativen PCR-Test vorlegen, den nächsten möglichen Flieger nehmen und ab in den Süden. Obwohl Radfahrer*Innen an sich sehr reisefreudig sind, machten sich bisher nur wenige auf den Weg ins gelobte Inselparadies. In den einschlägigen sozialen Netzwerken konnte man dennoch immer mal wieder inspirierende Schnappschüsse von Sonne, blauem Himmel und leeren Straßen bewundern.
Auch an mir als ausgewiesenem Mallorca-Fan ging das alles nicht spurlos vorüber, zumal die Trainingscamps dort Teil meines Broterwerbs sind. Schon seit anderthalb Jahren war ich nicht mehr dort, so lange wie noch nie. Entzugserscheinungen traten auf. Dann hatte ich diesen ziemlich realen Urlaubstraum.

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Was Leistungstests bringen – und was nicht
Erschienen 10./11.3.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Tests und Selbsttests sind derzeit in aller Munde. Wer testet, bekommt Gewissheit. Das gilt nicht nur für das Coronavirus. Im Radsport hat das Testen eine lange Tradition. Die Dopingkontrolle ist wohl der bekannteste aller Tests, gefolgt vielleicht vom Materialtest und dem Gesundheitscheck. Mehr oder weniger großer Beliebtheit erfreuen sich unter Radprofis und ambitionierten Hobbysportlern aber auch die Leistungstests.
In verschiedensten Programmen werden dabei Wattzahlen, die maximale Sauerstoffaufnahme, das Blutlaktat und vieles mehr gemessen. Während die erhobenen Daten für jeden Coach eine wahre Fundgrube zur Trainingssteuerung sind, hält sich der Spaß bei den Sportlern selbst in Grenzen.

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London, Paris und New York in einer Woche
Erschienen 24./25.2.2021, TAGESSPIEGEL, online und Print

Reisen bildet bekanntlich, ist aber derzeit nicht so angesagt. Zum einen gibt es die dringende Bitte der Bundeskanzlerin und der Regierungschef*innen der Länder, „alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland … zu vermeiden.“
Zum anderen sind viele der wenigen coronakonformen Reiseziele weit entfernt und aus radsportlicher Sicht nicht so attraktiv. Ganz abgesehen davon, lassen Länder wie Neuseeland oder Australien Ausländer derzeit nur aus wichtigen Gründen und mit Auflagen einreisen. Schließlich verhinderte das Winterwetter zuletzt selbst den Bildungsausflug ins brandenburgische Umland.

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Warum der Polarwirbel-Split eine persönliche Kampfansage ist
Erschienen 11.2.2021, TAGESSPIEGEL, Print und online

Sanft fallen Schneeflocken vom Himmel. Die Straßen sind weiß bedeckt. Und vor allem ist es sehr kalt. Die echten Radfahrer lassen sich davon nicht beirren. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich sie. Zugegebenermaßen sind es nicht so viele. Mit großer Kraftanstrengung versuchen die Unentwegten gegen den eisigen Wind auf dem ungeräumten Radweg eine fahrbare Spur zu finden.

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Warum mir ein LKW-Fahrer den baldigen Tod wünschte
Erschienen 28.1.2021, TAGESSPIEGEL, Print und online

Radwege haben nach wie vor großes Aufreger-Potenzial. Dem einen sind es zu viele, dem anderen zu wenige. Wieder anderen sind sie wahlweise zu schmal oder zu breit. Besonders bei hauptsächlich motorisierten Mitmenschen kann man sich mit dem Thema Radweg immer noch unbeliebt machen. Und wenn dann noch in diesem Zusammenhang das Zauberwort „Benutzungspflicht“ fällt, wird es sehr hitzig. Dabei ist die Rechtslage doch eigentlich klar, oder?

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Die 15-Kilometer-Regel ist nicht die schlimmste Sache der Welt
Erschienen 14.1.2021, TAGESSPIEGEL, Print und online

In der letzten Woche geriet die kleine Berliner Radsport-Welt ein wenig aus den Fugen. Grund war der Bund-Länder-Beschluss, dass der Lockdown nicht nur verlängert, sondern sogar verschärft wird. Besonders die drohende Einschränkung des persönlichen Bewegungsradius brachte den einen oder anderen aus der Fassung.
Denn anders als bisher würde das nun auch für die ambitionierten Fahrradfahrer gelten, die sich am Wochenende weiter als 15 Kilometer von der Stadtgrenze Berlins entfernen wollen. Ungemach naht also, selbst wenn das Wetter gerade alles andere als zum Outdoor-Radeln einlädt.
In solchen Fällen ist es immer ratsam, einmal in die Vergangenheit zu schauen.

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Altersmilde gegenüber der Klingel
Erschienen 31.12.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Eines der unterschätztesten Bauteile am Fahrrad ist die Klingel. Dabei gibt es sie schon seit 1877. Der Brite John Richard Dedicoat gilt als Erfinder des kleinen Warninstruments. Laut Straßenverkehrsordnung müssen „Fahrräder und Schlitten mit mindestens einer helltönenden Glocke ausgerüstet sein“. Wer sie nicht dran hat, kann im Fall einer Kontrolle sogar mit einem Bußgeld von 15 Euro rechnen. Trotzdem fehlt sie an fast jedem Rennrad, Mountainbike oder Cyclocrosser.
Auch mir war ein Signalhorn am Rad bis vor kurzem ziemlich egal.

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Wenn das E-Bike als Sportgerät getarnt wird
Erschienen 17.12.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Weihnachten steht vor der Tür. Wieder einmal ist es Zeit für kleine und große Geschenke, auch wenn das in diesem Jahr etwas schwieriger werden dürfte. Wenn ich der absolut nicht repräsentativen Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis glauben darf, planen einige von ihnen sogar die Anschaffung eines E-Bikes. Damit liegen sie voll im Trend. Wie das Statistische Bundesamt schon im September mitteilte, soll es in 4,3 Millionen Haushalten Deutschlands bereits mindestens ein E-Bike geben. Und auch die Zweiradindustrie frohlockt. Allein im ersten Halbjahr ist ein Absatzplus bei Fahrrädern mit Elektromotor von fast 16 Prozent vermeldet worden.
In unserem Haushalt hat sich jedenfalls noch kein E-Bike verirrt und das ist auch gut so. Denn meine Begeisterung für diese Gattung Räder hält sich Grenzen.

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Der Winter ist die Zeit der Ausreden für Fahrradfahrer
Erschienen 3.12.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Der Winter naht und mit viel Fantasie rieselten in den letzten Tagen sogar schon Schneeflocken vom Himmel. Für viele Radsport-Enthusiasten beginnt nun die schwerste Zeit des Jahres: die Zeit der Ausreden. Denn draußen bei Nieselregen, leichtem Schneegriesel und kaltem Gegenwind sitzt niemand wirklich gerne länger auf seinem Rad.

Ganz abgesehen davon ist es dunkel, wenn man nach getaner Arbeit eine Runde drehen wollen würde. Die schweißtreibende Variante im Keller auf dem Rollentrainer fordert ein gewisses Maß an Investition und anschließender Motivation. Und das Alternativprogramm mit Stabilisationsübungen, Yoga, Krafttraining oder Ausgleichssportarten haut auch nicht jeden vom Hocker, noch dazu, wenn das Lieblings-Sportstudio coronabedingt derzeit geschlossen ist.

Um dem Sport auch über die Wintermonate verbunden zu bleiben, muss die Überbrückung der dunklen Jahreszeit subtiler angegangen werden. Zum Beispiel mit dem radfahreraffinen Brettspiel „Um Reifenbreite“.

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Achtung, schwarze Katze!
Erschienen 19.11.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Der Aberglaube ist in der Welt des Radsports weit verbreitet. Selbst normalerweise vernünftige Menschen sind davor offenbar nicht gefeit. Wenn ein Radprofi einen Sieg herausfährt, präsentiert er im Überschwang der Gefühle gerne öffentlich den verantwortlichen Glücksbringer. Es gibt Küsschen auf Ringe und Ketten, Tattoos werden in die Zielkamera gehalten oder mit dem Finger in den Himmel gezeigt. Es muss offenbar irgendwo unsichtbare Mächte geben, die den Erfolg erst möglich gemacht haben.

Ich halte von diesem Hokuspokus nichts. Mit Wattwerten, Herzfrequenzen und allerhand anderer Daten kann alles sachlich und objektiv erklärt werden, Erfolg wie Misserfolg. Nur wenn es um den Mythos der schwarzen Katzen geht, werde auch ich schwach.

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Wenn der Radfahrer zum Fußgänger wird – und was er dabei erlebt
Erschienen 5.11.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Dass das Verhältnis zwischen Radfahrern und Autofahrern als ausbaufähig bezeichnet werden kann, ist allgemein bekannt. Aber es gibt noch eine andere Gruppe Verkehrsteilnehmer, die auf Menschen mit muskelbetriebenen Zweirädern nicht gut zu sprechen ist: die Fußgänger.
Dabei haben beide Gruppen Gemeinsamkeiten. Sie bewegen sich umweltverträglich und klimaneutral. In Sachen Geschwindigkeit können sie nicht mit dem motorisierten Individualverkehr mithalten. Alles dauert ein wenig länger, dafür können Strecken genutzt werden, auf die ein Auto niemals hinkommen wird. Und spätestens auf diesen Wegen ist es endgültig vorbei mit den vermeintlichen Gemeinsamkeiten.

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Essen auf Rädern – aber was?
Erschienen 22.10.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Der Radsport ist voll von Mythen und Weisheiten. Egal, ob es um die Sitzposition auf dem Rad, die Länge der Kurbeln, das Rasieren der Beine oder das Trainieren mit schweren Gängen geht – um jedes Detail ranken sich Geschichten. Irgendein erfolgreicher Radfahrer hat das früher auch immer so gemacht und deswegen kann es ja nicht verkehrt sein, reicht meist als Erklärung für den Hilfe suchenden Radsport-Anfänger.
Ernsthafte wissenschaftliche Studien zu den Themen werden, wenn es sie dann einmal gibt, meist als theoretisch und realitätsfern abgetan. Auch in Sachen Ernährung stößt man immer wieder auf Ratschläge aus einer Zeit, als es noch Holzfelgen an den Rädern gab.

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Wenn aus Kilos Sekunden werden
Erschienen 8.10.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Der Giro d’Italia läuft derzeit und zeigt: Mindestens genauso wichtig wie Durchschnittsgeschwindigkeiten oder Leistungswerte ist beim Radsport das Thema Gewicht. Das eigene Körpergewicht spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle und entscheidet oft über Sieg oder Niederlage. Obwohl ein Top-Sprinter wie Peter Sagan bei einer Größe von 1,84 Meter gerade einmal 74 Kilogramm auf die Waage bringt, zählt der Slowake eher zu den schwereren Profis im Peloton. Wenn die Hügel länger und steiler werden, hat der dreifache Ex-Weltmeister keine Chance gegen die Kletter-Spezialisten. Fahrer wie sein Teamkollege Emanuel Buchmann sind zwar etwas kleiner, aber dafür meist noch zehn oder mehr Kilogramm leichter als er.
Die Formel „Weniger Gewicht gleich schneller Radfahren“ bleibt natürlich auch den ambitionierten Hobby-Radfahrern nicht verborgen. Nur die Schlussfolgerung für den erfolgreichen Angriff auf die Spitzengruppe der Radkumpels ist meist eine andere.

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Indiana-Jones-Momente auf dem Fahrrad
Erschienen 24.9.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Zuhause kehrt langsam wieder Normalität ein. Denn zuletzt sorgten nicht nur die stundenlangen Übertragungen der Tour de France für eine leichte Beeinträchtigung des Familienlebens. Traditionell feierte ich das schönste Radrennen der Welt mit einer privaten Challenge. Die selbstgesteckte Aufgabe bestand diesmal darin, in jeder Tour-Woche mindestens 700 Kilometer auf dem Rad zurückzulegen. Das Wetter spielte wunderbar mit, Körper und Material ebenfalls, das Ziel wurde am Ende sogar ein wenig übertroffen.
Ich war stolz und zufrieden. Nur die Kulturbeauftragte des Hauses konnte sich ob meiner freiwilligen Selbstkasteiung das eine oder andere Kopfschütteln nicht verkneifen. Vielleicht weil sie ahnte, dass ich anschließend nicht einfach wieder in den Ruhemodus zurückkehre. Man muss dem Körper weiter etwas anbieten. Klar, dass da schon das nächste Abenteuer wartet, im wahrsten Sinne des Wortes.

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Warum mir die deutsche Übertragung der Tour de France gefällt
Erschienen 10.9.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Seit mehr als einer Woche herrscht wieder einmal Ausnahmezustand im Hause Wiedersich. Selbst die Kulturbeauftragte bekommt derzeit wenig Aufmerksamkeit, ebenso wie das neue Gravelrad. Denn ab mittags läuft der Fernseher mit einer speziellen Telenovela nur für Radsportler: die Tour de France. Seit ihrem Start in Nizza beglückt sie mich täglich mit einer neuen Etappe, sieht man einmal vom Ruhetag am vergangenen Montag ab.
Zum traditionellen Termin im Juli sah es noch so aus, als müsste ich in diesem Jahr auf die radsportlichen Festtage komplett verzichten. Die COVID-19-Pandemie machte auch vor einem der größten Sportereignisse der Welt nicht halt. Doch nun rollt sie mit zweimonatiger Verspätung über Frankreichs Straßen. Als bekennender Tour-de-France-Fanboy kann ich mein Glück kaum fassen.

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Ein zartrosa Tiger aus Karbon
Erschienen 27.8.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Ich habe mich Hals über Kopf verliebt. Sehr zur Erleichterung der Kulturbeauftragten des Hauses ist das Objekt meiner Begierde nur ein neues Rennrad. Wobei, die Bezeichnung „Rennrad“ diesen Traum aus Karbon und Aluminium nicht richtig beschreibt. Es handelt sich genauer gesagt um ein Gravelbike. Zur Erklärung: „Graveln“ ist das neue Querfeldeinfahren und seit einiger Zeit sehr angesagt unter Radfahrern.
Und ganz klar, dass man das nicht ohne ein Spezialrad machen kann.

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Ausgeklügelte Temperatur-Taktik für Hitze-Mimosen
Erschienen 13.8.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Der Sommer hat uns voll im Griff. Die Sonne brennt vom Himmel, die spärlichen Wolken bringen kaum Kühlung, und auch vom Wind ist derzeit keine Hilfe zu erwarten. Ins Schwitzen kommt man schon, wenn man nur daran denkt, gleich aufs Rad zu steigen.
Sitzt man dann erst einmal auf seiner Rennmaschine, ausgerüstet mit zwei vollen Trinkflaschen und den dünnsten Radklamotten, die der Kleiderschrank hergibt, stellt sich schnell die Frage nach dem Warum. Insgesamt soll Radfahren gesund sein – aber auch bei diesen Temperaturen?

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Das Virus hat mich erwischt – aber digital
Erschienen 30.7.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

In der vergangenen Woche hielten große Teile der kleinen Welt des Radsports den Atem an. Ein böses Virus soll Ärger verbreitet haben. Und damit ist ausnahmsweise einmal nicht das Coronavirus gemeint. Die US-Firma Garmin, einer der größten Anbieter für GPS-basierte Fitnesstracker, Sportuhren und Fahrradcomputer, hatte mit einem massiven Systemausfall zu kämpfen.

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Hilfe, ich bin eine lebende Insektenfalle!
Erschienen 16.7.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Das Insektensterben ist ein großes Thema unserer Zeit. Die Gründe dafür sind zwar noch nicht genau erforscht, es gibt jedoch einige Verdachtsfälle. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Beispiel listet unter anderem die „Verarmung der Landschaft“, „Agrargifte“ und die „Überdüngung“ auf. Es ist eine gewagte These, aber ich vermute, dass auch ich als sportlich ambitionierter Radfahrer nicht ganz unschuldig am Tod vieler Krabbeltiere bin. Und das schon seit Jahrzehnten.

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Eine verrückte Heldentour durchs Erzgebirge
Erschienen 2.7.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Radfahrer sind ein wenig verrückt. Anders ist es nicht zu erklären, dass diese Spezies Mensch sich freiwillig und regelmäßig dem Straßenverkehr stellt, sei es, um von A nach B zu kommen oder aus Gründen der eigenen Fitnessverbesserung. Einige meiner Strava-Freunde beeindrucken mich dabei immer wieder aufs Neue mit ausgefallenen Touren. Der Tino zum Beispiel hatte neulich offenbar ein größeres Zeitfenster und ist von Berlin nach Leipzig, Dresden und zurück in die Hauptstadt gefahren. Nonstop versteht sich, 525 Kilometer in einem Rutsch.
Ein wenig Irrsinn war wohl auch bei meinem Radkumpel Mü und mir dabei gewesen, als wir uns zu unserer dreitägigen Kreditkarten-Fahrt in der letzten Woche verabredeten.

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Warum es sich auf dem Rad so gut quatschen lässt
Erschienen 18.6.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Man soll es nicht für möglich halten, aber Radfahren ist ein sehr kommunikativer Sport. Wer denkt, dass dabei nur stur vor sich hingefahren wird, irrt gewaltig. Und spätestens, wenn man auf der Landstraße zwei nebeneinander fahrende Radfahrer sieht, weiß man, die haben sich sicherlich etwas zu erzählen. Selbst hupende Autofahrer bringen ins Gespräch vertiefte Radfahrer kaum aus der Ruhe, es sei denn, der Mindestabstand wurde nicht eingehalten, aber das ist ein anderes Thema.
Bei den Gesprächen unter Radfahrern geht es dabei nicht nur um den leichtesten Rennrad-Rahmen, die besten Trainingsmethoden oder das atmungsaktivste Trikot.

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Vorfahrt für die Vorsicht
Erschienen 4.6.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Die Geister sind nun auch im Radsport angekommen. Denn nach den Fußballprofis der Bundesliga haben die Radrennfahrer ganz offensichtlich keine Lust mehr auf den Spuk um das Coronavirus. Am vergangenen Wochenende fand auf dem Sachsenring das erste offizielle Geister-Radrennen in Deutschland statt. Live dabei sein durften aber weder Gespenster noch Zuschauer.
Nur die knapp 50 Vertragsfahrer und Mitglieder der Nationalmannschaft sowie deren Betreuer und die Offiziellen hatten Zutritt zur Rennstrecke bei Hohenstein-Ernstthal.

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Versuch einer Annäherung
Erschienen 14.5.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Nach dem Corona-Lockdown kommen jetzt die Lockerungen. Auch als Radfahrer freut man sich darauf. Nicht mehr lange, dann darf ich wieder mit mehr als einem Radkumpel unterwegs sein und das ist dringend nötig. Neben dem sozialen Ansatz gibt es einen ganz praktischen Aspekt: Windschatten. Denn der Wind wehte in den letzten Wochen doch meist frisch und irgendwie kam er immer von vorne. Mehr Radfahrer bedeuten mehr Windschatten, selbst unter Berücksichtigung der Abstandsregeln ist das nicht zu verachten. Theoretisch muss auf eine Fahrt in großer Gruppe auch nicht länger gewartet werden. Seit letzter Woche ist es möglich, eine Fahrraddemo mit bis zu 50 Teilnehmern anzumelden. Als Motto würde ich vorschlagen „Against the Wind“.

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Warum sich das Pendeln zur Arbeit mit dem Fahrrad lohnt
Erschienen 30.4.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Neulich bekam ich von einem Freund ein Buch in die Hand gedrückt. „Das könnte dich vielleicht interessieren“, meinte er vielsagend. Es war ein Ratgeber-Buch, Titel „Mit dem Fahrrad ins Büro“ (Delius Klasing Verlag, 16,90 Euro). Wie kam er dazu, dass mich solch ein Buch interessieren könnte? Ich fahre zwar viel Rad, aber nicht zur Arbeit. Denn das Radfahren an sich ist seit einigen Jahren mein Hauptberuf. Der Freund kannte mich aber noch von früher und wusste, dass das nicht immer so war.

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Faszination Fahrrad: Fasziniert von der Tour
Erschienen 26.4.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Es war Liebe auf den ersten Blick, was damals vor über 40 Jahren begann. Ich weiß noch genau wie alles mit dem Radsport und mir anfing. Es war der Sommer 1977, als Didi Thurau bei der Tour de France im Gelben Trikot fuhr. Ich durfte als Zwölfjähriger auf die Wohnung eines Freundes aufpassen, der mit seinen Eltern im Urlaub war. Dort stand ein Farbfernseher und ich habe mir nachmittags das Spektakel im Fernsehen angeschaut. Die Zuschauer an der Strecke, diese gigantischen Berge, die Rennräder mit den schmalen Reifen und dann die Fahrer in ihren bunten Trikots, die sich über Hunderte von Kilometern oft bis zur völligen Erschöpfung verausgabt hatten: Das alles beeindruckte mich. Thurau hat die Frankreich-Rundfahrt damals nicht gewonnen, aber für mich war klar, ich wollte auch Radrennfahrer werden.

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Kilometer sind das neue Klopapier
Erschienen 16.4.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Eine Presseinfo des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sorgte für etwas Unruhe unter Berlins Radsportlern. Lange Radtouren seien nicht gewünscht und ausgedehnter Radsport sollte nicht mehr im Freien stattfinden, hieß es von der Interessenvertretung Deutschlands Fahrradfahrer.
Warum und wieso blieb offen. Auch in den offiziellen Verordnungen wird weder eine räumliche noch eine zeitliche Beschränkung erwähnt. Trotzdem: Wenn der ADFC so eine Meldung heraushaut, wissen die schon mehr? Drohte zu Ostern das Ende der kleinen Radsportwelt in Berlin und Brandenburg? Wenn ja, wie lange darf man noch raus? Ich bekam ein wenig Torschluss-Panik. Jetzt hieß es, vor der vermeintlichen Radsport-Quarantäne noch einmal ganz viele Kilometer hamstern.

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Berlin ist mein Mallorca
Erschienen 2.4.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Die Trainingswoche auf Mallorca mit den beiden Kunden wäre vor ein paar Tagen vorbei gewesen. Mit leicht angebräuntem Teint, den obligatorischen Radfahrerstreifen an Armen und Beinen und vielen Kilometern hätte uns der Flieger wohlbehalten wieder in Tegel abgeliefert. Mit einem Lächeln würden wir hier Schneefall und die kalten Temperaturen locker ertragen. Wäre, hätte, würde, aus bekannten Gründen mussten nicht nur wir auf den geplanten Besuch der Baleareninsel verzichten.
Als durch die Ausgangsbeschränkungen in Berlin ein Training zu dritt auch nicht mehr in Frage kam, war Improvisationsvermögen gefragt.

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Und notfalls hilft der Ergotrainer
Erschienen 19.3.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Heute geht es hier ausnahmsweise auch um die Coronavirus-Pandemie. Dieses fiese Virus raubt derzeit fast der ganzen Welt im wahrsten Sinne des Wortes den Atem. Klar, dass auch der gemeine Radfahrer davon betroffen ist.

Die Absagen der berühmten Frühjahrsrennen in Italien, Belgien und den Niederlanden sind vermutlich noch das geringste Problem für die Radsport-Fans. Wenn man schon in Quarantäne ist, kann man so noch nicht mal Radfahren im Fernsehen anschauen. Das Virus kennt eben keine Grenzen.

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Selbstoptimierung – Ein Rausch auf dem Rad
Erschienen 5.3.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

In Sachen technischer Unterstützung für Radsport und Training bin ich gerne auf dem neuesten Stand. Es gibt kaum ein Programm oder Datensammelgerät zur Selbstoptimierung, mit dem ich mich nicht schon beschäftigt habe. Doch nur die Wenigsten schaffen es am Ende bei mir zu einem Dauereinsatz. Die elektronischen Hilfsmittel, die sich meiner Aufmerksamkeit weiterhin erfreuen dürfen, sind entweder wirklich sinnvoll oder so absurd, dass es schon wieder lustig ist.

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Bahnrad-WM: Die Zeiten ändern sich
Erschienen 27.2.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Heute fährt Robert Bartko kaum noch mit dem Rennrad. Doch früher war der gebürtige Potsdamer ziemlich schnell auf den schmalen Reifen unterwegs. Sogar so schnell, dass er zwischen 1998 und 2007 zu den weltbesten Verfolgern auf der Bahn gehörte. Seine Titelsammlung kann sich sehen lassen: Doppel-Olympiasieger von Sydney 2000 in der Einerverfolgung und mit dem Bahnvierer, dreimal Weltmeister in der Einerverfolgung und einmal Weltmeister mit den Bahnvierer.

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Indoorcycling – Imperiales Shuttle als Ego-Trainer
Erschienen 20.2.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Das Thema E-Sport ist auch bei den ambitionierten Radfahrern inzwischen allgegenwärtig. Der moderne Mensch „zwiftet“, macht „Indoorcycling“, schwitzt im „pain cave“. Die Schar derer, die zuhause ihre Fitness auf dem Rennrad verbessern, steigt stetig. Wenn es draußen dunkel ist, kann man so noch seinem Hobby frönen. Und die Gefahr, von einem Autofahrer im Straßenverkehr übersehen zu werden, besteht auch nicht. In diesem Jahr soll es sogar erstmals eine virtuelle Weltmeisterschaft des Radsport-Weltverbandes UCI geben. Doch das war nicht immer so.

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Für Radfahrer ist das Wetter ein Thema für sich
Erschienen 6.2.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

„Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter“: Wenn es darum geht, als Radfahrer selbst dem schlechtesten Wetter etwas Positives abzugewinnen, trifft dieses Zitat des englischen Schriftstellers und Philosophen John Ruskin es am besten.

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Die Liebe ist ein seltsames Oval
Erschienen 23.1.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

Zum Berliner Sechstagerennen habe ich ein eher zwiespältiges Verhältnis. Und das, obwohl der Budenzauber alljährlich quasi vor der Haustür stattfindet. Als junger Radrennfahrer war der Besuch in der Deutschlandhalle für mich das Größte und gehörte zum Erwachsenwerden dazu. Keine Nacht ließ ich mir entgehen, auch wenn ich am nächsten Morgen um 8 Uhr in der Schule sein musste. Später waren die Sixdays dann irgendwann nur noch der berufliche Teil meiner To-Do-Liste in Sachen Radsport.

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Der harte Weg bis zur „Festive-500“-Challenge
Erschienen 9.1.2020, TAGESSPIEGEL, Print und online

500 Kilometer, acht Tage Zeit zwischen den Jahren und als Belohnung gibt es einen bunten Textilsticker: Mit der Teilnahme an der weltweiten „Festive-500“-Challenge wollte ich mich von Heiligabend bis Silvester selbst beschenken. Und obwohl ich diese Jahresend-Rallye auf dem Rad in der Vergangenheit mehrfach erfolgreich absolviert hatte, war der Weg diesmal kein leichter. Aber was macht man nicht alles für ein kleines Stoffabzeichen als Belohnung?

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Mit den besten Wünschen
Erschienen 19.12.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Dass bald Weihnachten ist, merke ich alljährlich spätestens zwei Wochen vor Heiligabend. Die Fragen nach einem passenden Geschenk für die rennradelnden Söhne, Töchter und Liebsten häufen sich. Je nach Geldbeutel und Vorlieben gibt es individuelle Vorschläge von mir. Soll es vielleicht spezielle Radsport-Bekleidung sein? Ein Multifunktionswerkzeug? Ein Buch? Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Dinge, denen man eine Radsport-Affinität ansieht, deren Einsatzgebiet jedoch nur entfernt etwas mit Radfahren zu tun hat.

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Warum Übermut beim Radfahren selten guttut
Erschienen 5.12.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Neulich war es wieder einmal soweit. Lange ist es nicht mehr passiert, doch wie immer ging alles sehr schnell. Ich bin beim Radtraining gestürzt. Ab und an kommt so etwas schon mal vor. Nasses Laub, glitschiger Untergrund, das alles schränkt den Grip der Reifen ein. Glücklicherweise war das Tempo nicht sonderlich hoch und die Verletzungen nicht so schlimm. Aber ich möchte kein Mitleid, denn es war die eigene Schuld und es war peinlich.

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Wie Ihr Fahrrad das Schmuddelwetter übersteht
Erschienen 21.11.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Das Schmuddelwetter der vergangenen Tage ging nicht spurlos an Mensch und Rennmaschine vorbei. Je nach Feuchtigkeitsgrad sammelte sich während der Fahrt mehr oder weniger Dreck, Sand und Undefinierbares am Rad.
Wer zudem noch mit einem geländegängigen Stahlross auf Wald- und Wiesenwegen seinem Hobby frönte – neudeutsch heißt das inzwischen Graveln – dürfte hinterher noch lange nicht fertig gewesen sein. Denn das Sportgerät will gepflegt werden, bevor die nächste Tour startet. Dabei hat jeder seine individuelle Vorgehensweise.

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Monsanto und der tote Frosch
Erschienen 7.11.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Der Winter beginnt kalendarisch zwar erst kurz vor Weihnachten, aber in der letzten Woche gab es schon einmal einen kleinen Vorgeschmack. Beim morgendlichen Blick auf das Wetterradar war klar: Es ist ziemlich kalt da draußen. Tatsächlich lagen die Temperaturen an einigen Tagen sogar unter dem Gefrierpunkt. Wer trotzdem auf dem Rad an der frischen Luft unterwegs sein wollte, stellte sich unweigerlich die Frage: Was ziehe ich an?

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REspiration statt INspiration
Erschienen 24.10.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Alles hätte so schön sein können. Nach einer Woche Radfahren in südlichen Gefilden war der Plan, das Rad für ein paar Tage in die Ecke zu stellen. Einfach mal dem aktiven Nichtstun frönen und nur Mensch sein. Aber es kam ganz anders. Denn ich wurde, kaum in Tegel gelandet, krank. Ein fieser grippaler Infekt hatte Besitz von mir ergriffen. Die, wie ich vermute, milde Form einer japanischen Killer-Grippe schlug mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen erbarmungslos zu.

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Selbst in den Bergen ist man vor den Autos nicht sicher
Erschienen 10.10.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Die Tage werden langsam kürzer, die Temperaturen fallen, und feuchter wird es auch, der Herbst ist da. Als bekennender Schönwetter-Fahrer schlägt so etwas auf die Seele. Was liegt da näher, als noch einmal das Rad einzupacken und auf Mallorca die Sonne für den nahenden Winter zu tanken?
Zusammen mit meinen beiden Edeldomestiken war ich in der letzten Woche fast traditionell zum Saisonabschluss noch einmal auf der Sonneninsel.

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Ein Trikot wie ein Knallbonbon
Erschienen 19.9.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Mindestens ebenso wichtig wie die Wahl des passenden Drahtesels ist beim Radfahren die richtige Kleidung. Besonders wer länger als eine Stunde am Stück mit dem Rad unterwegs ist, sollte auf gutsitzende Radhosen und Trikots achten. So verringert man die Reibung an der Haut, und bei körperbetonter Passform ist auch der Luftwiderstand günstiger. Wenn dann noch Design, Farbgebung und der eigene Körperbau harmonieren, wirkt selbst ein Gelegenheits-Radler wie ein Tour-de-France-Profi. Leider treffen diese Kriterien nicht so häufig zusammen.

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Wie im Kommandostand der Formel 1
Erschienen 5.9.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Als Radsport-Trainer bin ich immer wieder aufs Neue erstaunt, was Menschen sportlich in der Lage sind zu leisten. Egal, ob es darum geht, überflüssige Pfunde los zu werden, einfach nur fitter zu sein oder sich auf einen Wettbewerb vorzubereiten: Alle eint, dass sie meist ein Ziel vor Augen haben, dafür bereit sind, einiges auf sich zu nehmen und auch mal aus der Komfortzone des Alltags herauszutreten.

Am vergangenen Sonntag hatten beispielsweise drei meiner Schützlinge ihren großen Tag in diesem Jahr.

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Klimaneutraler Kulturausflug nach Weimar
Erschienen 22.8.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Vor einigen Tagen stand im Hause Wiedersich ein Kulturausflug an. Meine Kulturbeauftragte hatte Weimar für den Kurztrip als Ziel ausgegeben, also Goethe, Schiller, Anna Amalia Bibliothek, Bauhaus und alles in kompakter Form an drei Tagen. Und weil wir möglichst klimaneutral reisen wollten und uns kein Segelschiff dort hinbringen konnte, sollte die Bahn das Verkehrsmittel der Wahl sein. Aber leider nicht für mich, ich musste mit dem Rad fahren.

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Die Vergänglichkeit Berliner Radrennbahnen
Erschienen 8.8.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

In der vergangenen Woche fanden im Berliner Velodrom die Deutschen Bahnmeisterschaften statt. Da einer meiner Fahrer dort mitfuhr, beschloss ich, wieder einmal radsportliche Hallenluft zu schnuppern. Wegen viel vorhandener Zeit zwischen der Rennen unternahm ich kurzerhand ein paar Zeitreisen.

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Miriam Welte biegt auf die Zielgerade ein
Erschienen 3.8.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Wie ein Pfeil auf zwei Rädern schießt Miriam Welte aus der Startmaschine heraus. Das Zeitfahren über 500 Meter gilt als Paradedisziplin der Bahnradsportlerin. Hier wurde sie Weltmeisterin, Europameisterin und elfmal Deutsche Meisterin seit 2006. Auch an diesem Donnerstagabend im Berliner Velodrom ist sie die Favoritin auf den nationalen Titel. Mit über 1500 Watt beschleunigt sie innerhalb kürzester Zeit auf 60 Stundenkilometer.

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Heißes Eisen: Felgen- oder Scheibenbremse?
Erschienen 25.7.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Bei der Tour de France steht die heiße Phase an und auch hier geht es diesmal im wahrsten Sinne des Wortes um ein ganz heißes Eisen im Radsport: die Scheibenbremse. Das Lager der Fans ist bei der Frage nach dem besten Bremsentyp gespalten.

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Ich bin dann mal weg: Die schönste Zeit des Jahres
Erschienen 11.7.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

In Frankreich herrscht seit einigen Tagen radsportlicher Ausnahmezustand und das noch die nächsten knapp drei Wochen. Die Tour de France rollt nach ihrem Start in Belgien wieder über die Straßen unseres Nachbarlandes. Doch nicht nur die französischen Fans zieht das Sportereignis in ihren Bann. Auch in Berlin gibt es den einen oder anderen, der vom Tour-Virus infiziert ist. Ich nenne die Zeit, wenn die Tour läuft, gerne immer meine „schönste Zeit des Jahres“. Seit Jahrzehnten läuft der Fernseher in dieser Zeit auf Hochtouren, standesgemäß natürlich der französische Sender.

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Von Lerchen und Eulen und was diese mit Radfahren zu tun haben
Erschienen 27.6.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Es gibt in der Schlafforschung die beiden Vogeltypen, die den unterschiedlichen menschlichen Schlafrhythmus beschreiben. Die Lerche steht für den Typ Frühaufsteher, der auch eher früh ins Bett geht. Das Gegenteil dazu ist die Eule, der Typ Langschläfer, der spät ins Nachtlager findet. Ich gehöre klar zum zweiten Typ, was sich auch in der Durchführung meiner radsportlichen Aktivitäten niederschlägt. Wenn es geht, fahre ich erst mit dem Rad los, wenn ich richtig wach bin und gut gefrühstückt habe.

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Warum es für Chris Froome schwerer wird zurückzukommen
Erschienen 13.6.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

In der Karriere von Chris Froome gibt es kaum Jahre, in denen er nicht gestürzt ist. Die Tour de France 2014 musste er nach drei Stürzen an zwei aufeinanderfolgenden Etappen aufgeben. Bei der Vuelta 2015 prallte der Brite auf der Königsetappe in eine Barriere und beendete die Spanien-Rundfahrt vorzeitig.

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Abschied ist ein scharfes Schwert
Erschienen 13.6.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

In der vergangenen Woche gab es für mich gleich zweimal echte Emotionen, es wurde Abschied genommen von Liebgewonnenem. Aus meiner Zeit im südhessischen Exil stammt der erste Abschiedsgrund. Mein Lieblingsfahrrad hat nach 13 Jahren nun einen neuen Besitzer gefunden. Seit dem Sommer 2006 war dieses rot-schwarze Schmuckstück aus US-amerikanischer Fertigung an meiner Seite. Schon beim ersten Einsatz wusste ich, dass dies der Beginn einer langen Freundschaft ist.

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Der Geschmack von Scheibenwischerwasser
Erschienen 23.5.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Eigentlich sollte sich diese Kolumne mit meinem derzeitigen Lieblingsthema beschäftigen: der Scheibenbremse. Aber aus aktuellem Anlass ist das Thema: Scheibenwischwasser. Schuld daran ist ein Berliner Autofahrer. Er war wie ich auf der Landstraße zwischen Fresdorf und Stücken südlich von Berlin unterwegs. Als er mich überholte, betätigte er seine Scheibenwaschanlage und hörte erst damit auf, als ich außer Reichweite war. Das Kennzeichen hatte ich dank meiner kleinen Video-Kamera am Rad festgehalten, soweit die Eckdaten.

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Die bunte Pest unter der Sonne Mallorcas
Erschienen 9.5.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Das Frühjahr ist traditionell für jeden ambitionierten Radsportler die Zeit der Trainingslager in südlichen Gefilden, vorzugsweise Mallorca. Gut 200.000 Rad fahrende Urlauber sind jährlich auf den Straßen der Baleareninsel unterwegs, Tendenz steigend. Nicht alle Einheimische freuen sich auf so viel Zuspruch. Manche Inselbewohner nennen die Radfahrer wegen der vielfarbigen Kleidung wenig begeistert die „bunte Pest“. Aber trotz eines inzwischen schlechten Gewissens ob meiner persönlichen Klimabilanz, mindestens einmal pro Jahr zieht es mich auch dorthin.

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Mit Strava und Randonneuren von Erkner und zurück
Erschienen 25.4.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Ich gebe es zu: Ich bin ein großer Fan von Strava. Sie kennen Strava nicht? Das ist sozusagen das Facebook für Radfahrer, Läufer, Triathleten. Bei Facebook bin ich schon vor einigen Jahren ausgestiegen, Twitter habe ich höchstens beruflich genutzt und auch sonst stehe ich den sozialen Medien eher kritisch gegenüber. Strava hingegen ist natürlich etwas ganz anderes. Da geht es ums Radfahren, da bin ich dabei.

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Das Frühjahr, die Zeit der Rad-Festtage
Erschienen 11.4.2019, TAGESSPIEGEL, Print und online

Neulich sind mir beim Aufräumen meine alten Trainingsaufzeichnungen von 1980 wieder in die Hand gefallen. Fein säuberlich habe ich damals als Jugendfahrer angefangen, meine Trainingseinheiten zu dokumentieren. Mein damaliger Betreuer beim Kreuzberger Radsport-Verein RVg Berlin 1888 wollte das so, hat aber nie wirklich einen Blick hineingeworfen. Das Schmökern in meinen handschriftlichen Aufzeichnungen war wie eine Zeitreise. Am 11. April 1980 steht im Trainingstagebuch zum Beispiel „Havel-Krone-Havel, 30 km, 1:20 Std.“ Eine Runde von Schöneberg über den Kronprinzessinnenweg, Havelchaussee und zurück – war ich da langsam unterwegs.

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Mit dem Rennrad und Radcomputer von Berlin nach Warnemünde – Ein Erfahrungsbericht (Teil 1)
Erschienen 17.8.2017, Zweirad Stadler Blog

Es ist nie verkehrt, wenn man auch als Radsport-Trainer einen gewissen Fitness-Stand hat. Das gibt einem den Freiraum, auf besondere Wünsche seiner Schützlinge einzugehen.
Vor einer Woche kam Marcel, den ich seit einem Jahr betreue, auf die nette Idee, mit dem Fahrrad von Berlin nach Warnemünde fahren zu wollen. Natürlich nonstop, mit möglichst wenig Pausen unterwegs, versteht sich. Gut, der Wunsch stand bei ihm schon länger im Raum, seine längste absolvierte Strecke war bisher jedoch „nur“ 179 Kilometer lang gewesen. Vor einiger Zeit wurde lose ein Termin Anfang September überlegt. Aber da er ohnehin einen mehrtägigen Familienurlaub in Warnemünde-Hohe Düne geplant hatte, bot sich der von ihm kurzfristig vorgeschlagene Montag Anfang August an. Auch das Wetter wollte mitspielen, leichter Wind aus Süd bis Südwest, Temperaturen über Mittag um 24 Grad, was will man mehr?

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Radfahren in den Ferien: wie plane ich am besten eine Radtour?
Erschienen 15.8.2017, Zweirad Stadler Blog

Die Ferienzeit ist ausgebrochen und nicht wenige bleiben Zuhause. Zwar bieten Großstädte wie Berlin einiges an Freizeitaktivitäten, aber wenn zum x-ten Mal die Frage vom Partner, den lieben Kleinen oder Freunden kommt „was machen wir denn heute?“, könnte man auch einmal eine spontane Radtour ins Gespräch bringen. In einem relativ überschaubaren Zeitrahmen wird einiges mehr entdeckt als beim Wandern. Bei entsprechender Planung geht es dann auch schnell wieder heim. Damit einer spontanen Fahrradtour nichts im Wege steht, sollten vorher ganz unspontan die wichtigsten Dinge erledigt sein.

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Ferienzeit ist Radzeit: Unterwegs mit der Familie
Erschienen 24.7.2017, Zweirad Stadler Blog

Demnächst brechen wieder die Ferien aus. Nicht alle werden verreisen, warum auch. Zuhause gibt es einiges zu erleben, man muss sich nur etwas einfallen lassen. Als meine Töchter noch jünger waren, kam am zweiten Ferientag schon die „Was machen wir morgen“-Frage. Spontan schlug ich etwas fantasielos eine Radtour vor. Ich fuhr schon immer viel Rennrad, aber eine gemeinsame Radtour hatten wir noch nie so richtig unternommen. Erwartungsgemäß hielt sich die Begeisterung in Grenzen, meine Radsport-Leidenschaft hatte sich bisher noch nicht auf meine Mädels übertragen. Während die Große plötzlich doch noch für den morgigen Tag einen Termin zum „Shopping auf dem Ku’damm mit Freundinnen“ klar machte, gab es für ihre kleine Schwester kein Entrinnen. Als verantwortungsvoller Radsportler wollte ich diesen Tag für meine Tochter und meiner Frau natürlich so schön wie möglich gestalten.

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Tennis WTA-WM 2016: Finale Kerber vs. Cibulkova
Erschienen: 31.10.2016, t-online.de

Live-Blog vom Finale der WTA-WM in Singapur zwischen Angelique Kerber und Dominika Cibulkova

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Tennis Wimbledon Damen 2016: Finale Kerber vs. Serena Williams
Erschienen: 9.7.2016, t-online.de

Live-Blog vom Finale der Frauen in Wimbledon zwischen Angelique Kerber und Serena Williams

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Tennis Wimbledon Damen 2016: Halbfinale Kerber vs. Venus Williams
Erschienen: 7.7.2016, t-online.de

Live-Blog vom Halbfinale der Frauen in Wimbledon zwischen Angelique Kerber und Venus Williams

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Handball-EM 2016: Finale Deutschland – Spanien
Erschienen: 31.1.2016, t-online.de

Live-Blog vom Finale der Handball-EM in Polen zwischen Deutschland und Spanien

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Tennis Australian Open Damen 2016: Finale Williams vs. Kerber
Erschienen: 30.1.2016, t-online.de

Live-Blog vom Finale der Frauen bei den Australian Open in Melbourne zwischen Serena Williams und Angelique Kerber.

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Handball-EM 2016: Halbfinale Norwegen – Deutschland
Erschienen: 29.1.2016, t-online.de

Live-Blog vom Halbfinale der Handball-EM in Polen zwischen Norwegen und Deutschland

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Rote Karte nach Fairplay zurückgenommen
Erschienen: 1.10.2013, t-online.de/fussball.de

Berlin, Stadion Rehberge, 50. Minute beim Kreisliga-Spiel zwischen dem BSC Rehberge II und Empor Hohenschönhausen. Es steht 1:1, alles noch offen. Plötzlich sieht Rehberges Torhüter Levo die Rote Karte. Er soll an Empor-Spieler Dennis Treue ein Foul begangen haben. Doch der gefoulte Treue geht zu Schiedsrichter Marko Kuzmanic und korrigiert ihn, der Schiri nimmt die Rote Karte zurück. Fair geht vor, auch das ist Amateurfußball.

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Jens Voigt: Die Tour ist das letzte Abenteuer dieser Welt
Erschienen: 27.6.2012, t-online.de

Interview mit Rad-Profi Jens Voigt

Am Samstag wird Jens Voigt zum deutschen Rekordhalter: Der 40 Jahre alte Radprofi vom Team RadioShack-Nissan-Trek startet beim Prolog in Lüttich zu seiner 15. Tour de France. Der Vater von sechs Kindern kann also einiges über das bedeutendste Radrennen der Welt erzählen. Im Interview mit t-online.de spricht Voigt über seine Erfahrungen und Veränderungen bei der Frankreich-Rundfahrt, seine Favoriten und wie es im nächsten Jahr mit ihm weiter gehen könnte.

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Rüdiger Selig: Leopard war keine Alternative für mich
Erschienen: 6.4.2012, t-online.de

Interview mit Rad-Profi Rüdiger Selig

Rüdiger Selig, 23-jähriger Sprintspezialist beim russischen Top-Team Katusha von Teamchef Hans-Michael Holczer, bestreitet seine erste Saison als Radprofi. Nach seinem vierten Platz bei der letztjährigen Straßen-WM der Klasse U23 gewann er als Stagiaire (Radsport-Praktikant) beim Team Leopard-Trek Anfang Oktober 2011 den belgischen Halbklassiker Binche-Tournai-Binche.

Im Interview mit t-online.de spricht er über seine ersten Erfolgserlebnisse als Profi, seinen Sprinttrainer Erik Zabel und den Kopfstein-Klassiker Paris-Roubaix, an dem er trotz geprellter Handgelenke und einem genähten Ellenbogen teilnimmt.

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Paul Biedermann: Den Druck von außen lasse ich nicht an mich ran
Erschienen: 18.2.2012, t-online.de

Interview mit Paul Biedermann

Paul Biedermann hat große Ziele. Deutschlands Schwimmstar will im Olympia-Jahr mit guten Resultaten glänzen. Seine Karriere möchte der 25-Jährige bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fortsetzen. “Wenn es gesundheitlich passt und die Leistungen ansprechend sind, habe ich vor, noch bis 2016 weiter zu machen”, sagt Biedermann.

t-online.de traf das Schwimm-Ass während der Gillette-Medientage und sprach mit ihm über seine Olympiachancen, den Deutschen Schwimm-Verband und sein Duell mit Michael Phelps.

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Jens Voigt: Ich muss mir nichts mehr beweisen
Erschienen: 16.6.2010, t-online.de

Interview mit Rad-Profi Jens Voigt

Noch hat das Team Saxo Bank seinen Kader für die diesjährige Tour de France nicht endgültig benannt. Es gilt aber als sicher, dass Jens Voigt beim Start in gut zwei Wochen in Rotterdam dabei ist. Mit seinen 38 Jahren geht der Routinier ganz entspannt in seine mittlerweile 13. Tour. “Ich hatte genug Zeit, mich da auszutoben und habe bei der Tour das ein oder andere erreicht. Ich muss mir nichts mehr beweisen”, sagt Voigt. Im Interview mit t-online.de spricht er außerdem über seinen schweren Sturz aus dem vergangenen Jahr und die schlechten Chancen von Lance Armstrong. Und er verrät, wer Fußball-Weltmeister wird.

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Hanka Kupfernagel oder die Umwege einer Ausnahmekönnerin bis zum Regenbogentrikot
Erschienen: 30.1.2000, DER TAGESSPIEGEL

“Ich habe das Regenbogen-Trikot auf einen Bügel gehängt und mir immer wieder angeguckt. Denn so richtig glauben konnte ich es noch nicht.” Am Tag nach ihrem Sieg bei den Radcross-Weltmeisterschaften in Sint Michielsgestel/Niederlande realisiert Hanka Kupfernagel langsam, dass sie in zweifacher Weise Radsportgeschichte geschrieben hat. Die 25-Jährige sicherte sich nicht nur den erstmals vergebenen Frauen-Titel im Radquerfeldeinfahren, sondern wird auch als erste Radsportweltmeisterin des neuen Jahrtausends geführt.

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Becke, Lauke und Kalfack – Über deutsche Hoffnungen, im Sechstagegeschäft Fuß zu fassen
Erschienen: 5.1.2000, DER TAGESSPIEGEL

Kennen Sie Daniel Becke? Sagen Ihnen Namen wie Ronny Lauke und Andre Kalfack etwas? Nein? Nun, dann geht es Ihnen wie den meisten Besuchern, die heute abend zum Auftakt des Berliner Sechstagerennens ins Velodrom kommen. Die drei gehören zu den jungen Deutschen, die sich Hoffnungen auf eine Karriere im Sechstagezirkus machen und ab heute im Rundenwirbel mitmischen. Das ist für ambitionierte Bahnfahrer heute leichter als vor 15 Jahren, als es noch die Trennung zwischen Berufsfahrern und Amateuren gab. Einen Platz im Sechstagefeld bekam nur, wer im Besitz einer Profilizenz war. Die populären Zugpferde, die Massen in die Hallen lockten, wie der Belgier Patrick Sercu (Belgien) oder Dietrich Thurau (Frankfurt/Main), hatten neben WM-Titeln auf der Bahn auch Etappensiege bei der Tour de France auf ihrer Erfolgsliste. Damals war es für die noch relativ schlecht bezahlten Straßenprofis lukrativ, im Winter in verrauchten Hallen zu fahren.

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Jan Ullrich fährt erneut bei der Deutschland-Tour bis Berlin
Erschienen: 14.12.1999, DER TAGESSPIEGEL

Der Termin steht, die Etappenorte sind bekannt, sogar das Motto der Schlussetappe “Berlin aufs Rad” ist verkündet. Was der Deutschland-Rundfahrt der Radprofis im nächsten Jahr noch fehlt, ist der genaue Streckenverlauf. Die Veranstalter, die gestern die “Millennium-Ausgabe” des in diesem Jahr wiederbelebten Etappenrennens präsentierten, können sich ein bisschen Zeit lassen. Denn erst am 26. Mai 2000 fällt der Startschuss in Bonn. Über Wiesbaden, Pforzheim, Bad Dürrheim, Stuttgart, Ansbach und Herzogenaurach führt der Weg zum Finale am 1. Juni nach Berlin.

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Wie bei den Wettkämpfen die Sechstage-Einkäufer tätig werden
Erschienen: 24.10.1999, DER TAGESSPIEGEL

Die Bahn-Radweltmeisterschaften sind alljährlich nicht nur ein großes sportliches Ereignis, sondern auch ein ziemlich großer Marktplatz. Objekte der Begierde sind natürlich die Fahrer, deren Manager (so sie welche haben) übernehmen die Rolle der Marktschreier. Käufer sind die Sportlichen Leiter der Sechstagerennen, die für ihre Veranstaltung ein attraktives Fahrerfeld zusammenbekommen wollen und den besten Akteuren lukrative Verträge anbieten.

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Der Berliner Robert Bartko will von der Bahn auf die Straße wechseln
Erschienen: 19.10.1999, DER TAGESSPIEGEL

Wenn es nach dem Gesetz der Serie ginge, müsste Robert Bartko vom Berliner Peugeot-Rad-Team heute Abend bei den Bahn-Weltmeisterschaften nach der Entscheidung in der 4000-m-Einerverfolgung wie im Vorjahr in Bordeaux wenigstens die Bronzemedaille umgehängt bekommen. Denn auch wie in der vorigen Saison patzte der 23-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften und wurde seiner Favoritenstellung mit Platz vier nicht gerecht. Doch herausragende Ergebnisse bei seinen Weltcup-Starts sicherten ihm damals wie heute die Teilnahme bei der WM. Dabei sieht der gebürtige Potsdamer die Titelkämpfe auf seiner “Hausbahn”, dem Velodrom an der Landsberger Allee, auch als Durchgangsstation an. “Ich will Straßenprofi werden, diesem Traum möchte ich mir erfüllen.”

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Zum 87. Berliner Sechstagerennen: Otto Ziege meldet Rekordbeteiligung
Erschienen: 15.1.1998, DER TAGESSPIEGEL

“Sechs Tage im Kreis, immer rund herum, sechs Tage im Kreis, keiner weiß warum, warum.” Diese Zeilen eines alten Sixday-Schlagers sind vom 22. Januar an auch in Berlin wieder von Bedeutung, wenn im Velodrom an der Landsberger Allee die Bahnspezialisten beim 87.Sechstagerennen um das Lattenoval kreisen. Die Frage nach dem Warum, die sich der Liedschreiber zu damaliger Zeit gestellt hat, ist übrigens heutzutage ganz schnell beantwortet: Es gibt in den verrauchten Hallen einiges zu verdienen. Das erfreut natürlich besonders die Sportler, die vom Sportlichen Leiter Otto Ziege für das Rennen an der Spree zahlreich unter Vertrag genommen wurden. “Ich habe für alle Wettbewerbe zusammen 53 Fahrer verpflichtet, soviel wie noch nie”, erklärt das Berliner Radidol. Bei einem Etat von vier Millionen Mark konnte Ziege dabei aus dem Vollen schöpfen.

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